Aller Anfang ist schwer und aller Wiederanfang noch schwerer, nach dem Fußballdebakel (und ich meine nicht das Abschneiden der Deutschen Nationalmannschaft bei der WM) muss ich erst wieder meinen Einstieg in die Laufroutine finden. Viele private Termine unter der Woche und am Wochenende erschweren das Comeback zusätzlich. Am letzten Freitag ging es aber endlich wieder los, nach satten acht Tagen Pause. Elmar meinte, dass ich leicht traben soll und dann mal schauen. Los geht's.
Aus Sicherheitsgründen wähle ich gleich vorab die etwas kürzere Runde mit unter fünf Kilometern Strecke und die gewohnten 10/2-Intervalle, dafür mit dem hier bereits mehrfach erwähnten fordernden Haldenanstieg kurz vor dem Ende. Ich fühle mich wie Eins Zwos "Haut spröde, Zähne hinüber, jeder Knochen klappert" und brauche mehr oder weniger die gesamte Strecke bis eben kurz vor dem Ende, um irgendwas wie einen Flow zu entwickeln.
Am gefürchteten Schlussakkord angekommen denke ich mir "Jetzt ist auch egal": Mein spontaner Plan ist, im normalen bis leicht erhöhten Lauftempo bis möglichst weit nach oben zu kommen, also am Hang nicht langsamer zu machen, sondern durchzuziehen. Das erwartete Brennen in den Oberschenkeln ist aber selbst nach halbem Anstieg noch moderat und die Atmung erstaunlich flach, sodass ich die tagelang gespeicherten Reserven komplett abrufe. Auf den letzten zwanzig bis dreißig Metern geht mir spürbar die Luft aus und die Muskeln wollen nicht mehr, aber so kurz vor dem Ende beiße ich einfach nur noch auf die Zähne und halte die Pace. Oben zeigt meine Laufuhr noch 11 Sekunden Joggen an, danach ist Gehpause. Ich bin nicht hochgeschlichen, ich bin nahe an der Maximalpace ganz oben angekommen!
Aufgrund der vielen Termine ist die zweite Reinfinden-Einheit am heutigen Dienstag, erneut liegen vier Tage Pause zwischen den letzten beiden Läufen, das ist deutlich zu viel Unterbrechung, das muss sich wieder ändern. Ich erhöhe die Intervalle wie gefordert auf 12/2 auf der gewohnten Hausrunde und stelle fest, dass das zum Glück ganz gut aufgeht, trotz merkwürdiger Effekte wie das Gefühl, dass ich fast am Gehen bin, obwohl die Pace passt. Ich merke die vergleichsweise lange Pause zur letzten Einheit deutlich, komme aber durch, irgendwie fühlt es sich ambivalent an. Regelmäßigkeit ist Trumpf, da gibt es kein Vertun.
Für Donnerstag nehme ich mir sogleich 40 Minuten am Stück vor, hoffentlich haut das alles hin.
[Woche: 23, Einheit: 51, Kilometer: 165]
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