Sonntag, 5. April 2026

Auf fremden Pfaden

An Ostern sind wir auf Familienbesuch mehrere hundert Kilometer von der Heimat entfernt und eine Laufeinheit fällt just auf den Ostersonntag. Es ist im Vorfeld klar, dass entsprechend Laufschuhe und Klamotten eingepackt und mitgenommen werden. So weit sind wir inzwischen: Das Thema wird mit der notwendigen Ernsthaftigkeit angegangen und die Termine im Zweifel so gelegt, dass die Vorbereitung nicht unterbrochen wird.

Wir suchen uns vor Ort eine betont flache Strecke heraus und vereinbaren, im Zweifel kurzfristig zu entscheiden, wohin genau uns der Weg uns führen soll. Wie daheim ist der Plan, auf asphaltierten Feldwegen zu laufen, welche öfter abzweigen und dadurch viele Möglichkeiten bieten.

Heute wird etwas mehr Augenmerk auf das Warmup gelegt. Elmar bittet um 36 bis 40 Minuten Dauer und je besser vorher aufgewärmt wurde, desto leichter fällt das Laufen, das habe ich in den letzten Einheiten deutlich gemerkt. Das nur ganz wenig ausgedehnte Aufwärmprogramm zahlt sich sofort aus, ich merke beim Loslaufen, dass heute "was geht", also dass es besonders leicht fällt. Warmup ist Gold.

Was mich beim Aussteigen aus dem Auto (wir sind ca. 1 km den Berg hoch zum Joggen gefahren) sofort nervt, sind die starken Windböen. Ich mag Wind nicht, insbesondere Gegenwind, und auf den Feldern pfeift es ordentlich. Zwar kommen die Böen direkt beim Loslaufen von hinten und schieben mich ein wenig den Berg hoch, aber ich mag das nicht. Also bitte ich sogleich, wie zuvor vereinbart direkt nach ein paar hundert Metern von den Plänen abzuweichen und den Weg links in den Wald hinein zu nehmen, zu hoffen, dass der Wind von den Bäumen abgehalten wird, und dann zu schauen, wie es weitergeht. 

Der Waldboden ist nicht asphaltiert, aber trocken und fühlt sich gut unter den Füßen an, im Gegensatz zu den asphaltierten oder geschotterten Feldwegen daheim läuft es sich hier spürbar angenehmer. Kurz nach dem dritten Laufintervall nach 16 Minuten endet der Wald allerdings, hier kommen nur noch offene Felder und der weitere Weg ist definitiv nicht zum Joggen gedacht, also Umdrehen und zurück wieder aus dem Wald hinaus.

Viele Wege bieten viele Möglichkeiten.

Um auf das Minutenziel zu kommen, biegen wir auf dem Rückweg nochmals auf dem Feldweg ab und laufen eine ausgedehnte Schleife auf zum Glück relativ ebenem Boden. Der Wind ist zwar noch da, stört aber nach einer halben Stunde Bewegung nicht mehr so sehr, sodass wir am Ende die insgesamt sieben 4/2-Intervalle erstaunlich erfrischt und locker in 40 Minuten absolvieren. 

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