Laut Elmar sind die Ausdauerläufe mit 30/15 Minuten diejenigen, welche die Leistung, Kondition usw. nach vorne bringen sollen. Persönlich sehe ich das ambivalent, denn zum einen sind Zeitaufwand und Nettolaufzeit bei diesen Einheiten zwar einerseits angenehm gering, aber auf der anderen Seite haut die Dauerbelastung konditionell deutlich stärker ins Kontor und ich habe schon so etwas wie Respekt vor der Anstrengung. Dazu kommt, dass ich die 30 Minuten am Stück seit dem Neustart erst einmal gelaufen bin und danach reichlich erschöpft war.
Heute klingelt der Wecker um 04:45 Uhr und das ist von der Sache her eigentlich, überhaupt und außerdem grundsätzlich eine reichlich bescheidene Uhrzeit. Heute quäle ich mich aus dem Bett, meine Beine und der Kreislauf sind zunächst gar nicht da und ich navigiere per Autopilot durchs Haus. Vor lauter Müdigkeit vergesse ich, ein wenig zu trinken und auch der Biss in die Powerbanane fällt aus, das Ablaufprogramm steuert mich routiniert und zuverlässig zur Türe hinaus.
Sorgen macht mir der Gluteus, der seit den 10/2-Intervallen am Dienstag zwar wieder ruhiger, aber noch immer überproportional störend ist, und somit fällt das Warmup um kurz nach fünf Uhr etwas ausgedehnter aus, bis ich dann irgendwann für mich entscheide, entweder jetzt sofort oder nie mehr loszulaufen. Zweiteres gewinnt, los geht es.
Das Hochdruckgebiet ist vorerst weitergezogen, heute ist es beim Joggen zum ersten Mal seit Wochen eher kühl, aber angenehm. Vor mir liegt eine halbe Stunde Dauerbelastung und ich versuche psychologische Tricks, damit mir die Zeit bis zur Gehpause nicht so ewig lange vorkommt, in der Art von "3 Minuten sind 10%, dann sind 4:30 Minuten umgerechnet 15% von einer halben Stunde". Viel zu oft schaue ich zu Beginn auf die Uhr und berechne früh morgens Prozentsätze, die mir für mich irgendeine Art von Fortschritt belegen sollen.
Nach 15 Minuten komme ich endlich wieder so etwas wie in einen Flow. Ich bin heute früh alleine unterwegs, da tue ich mich sowieso schwerer, die Pace zu halten und nicht etwa einfach nur noch zu gehen oder gar stehen zu bleiben. Der Flow hilft, aber es bleibt eine Kilometerfresserei und sonst nichts. Nachdem die Uhr mir endlich die Gehpause anzeigt bin ich froh und erleichtert, immerhin ohne größere Beschwerden durchgekommen zu sein. Der zweite Block mit 15 Minuten geht sowieso großteils eher bergab, wieder zu Hause kicken sofort die Endorphine rein. Richtig spaßig wird es dann, wenn die Dauer in den Einheiten irgendwann wieder ansteigt.
[Woche: 20, Einheit: 46, Kilometer: 138]
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen