Donnerstag, 12. März 2026

Einschub: Halbmarathon 2013

Meinen ersten und (bislang einzigen) Halbmarathon lief ich im Oktober 2013 mit einem selbst erstellten "Trainingsplan": Mein damaliger Arbeitsplatz war praktischerweise gut 14 km vom Wohnort entfernt und ich hatte die Wegstrecken von und zur Arbeit für die Trainingseinheiten genutzt. 

Da ich unmöglich am selben Tag beide Wegstrecken joggen konnte, hatte ich die Belastung ausgeklügelt gestaffelt:

  • Montags früh mit dem Auto ins Büro, die Inline-Skates auf dem Beifahrersitz samt Wechselklamotten für den Folgetag. Mit den Inlineskates abends heim, Auto blieb stehen.
  • Dienstags morgens ins Büro joggen und im Büro duschen, Wechselklamotten waren ja deponiert. Abends mit dem Auto wieder heim usw.

Dabei habe ich neben Auto, Joggen und Inlineskates auch das Fahrrad als Fortbewegungsmittel genutzt und darüber die Belastung zusätzlich gesteuert. 

Das Internet vergisst nicht.

Für das Tracking der Einheiten nutzte ich die App Runkeeper®, und weil das Internet nicht vergisst, sind die Daten selbst knapp 13 Jahre später noch abrufbar. Ich war die 21k vor dem Wettkampf genau einmal einen Monat vorher gelaufen. Es war morgens der Weg zur Arbeit, aber eben mit 7 Kilometern Umweg vorneweg. Mit den 2:48 h Dauer war ich zufrieden, insbesondere weil es eine Trainingseinheit war, außerdem war ich zu keiner Zeit jemals ein schneller Läufer, alles über 100 Meter war ein Graus.

Beim Wettkampf im Oktober befand ich mich durchgehend auf Kurs einer Zielzeit von unter 2:20 h, bevor direkt nach der letzten Zeitmessung vor dem Ziel bei 18,8 km schlagartig die Muskeln dicht gemacht hatten. Das ist eine Erfahrung, die man nie mehr vergisst: Ich wollte, aber es ging nicht, alles war komplett zu. Ich war zu Gehpausen und Stillstand gezwungen, konnte nicht mal mehr schleichen, alles tat weh. Ich bin in kleinsten Schritten vorangetappt und musste den letzten Kilometer als einzigen langen Krampf ins Ziel zwingen. Dadurch gingen auf den letzten zwei Kilometern deutlich über 20 Minuten verloren, am Ende ging ich in 2:41 h über die Ziellinie. 

Auf meiner Bucket Liste fürs Leben befindet sich der Eintrag: Bevor ich 50 Jahre alt werde, nochmals einen Halbmarathon laufen. Vielleicht hatte ich mich unterbewusst daran erinnert, als ich den ersten Prompt bei ChatGPT formulierte, es war definitiv keine überlegte Absicht. Ich hatte diesen Punkt zwischenzeitlich eigentlich längst als unrealistisch abgestempelt und beerdigt und war fein damit, aber vielleicht ergibt sich nun diese eine, letzte Chance. Noch bin ich davon aber gefühlte Ewigkeiten entfernt.

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