Freitag, 21. August 2026

Alle reden über das Wetter

Der Besuch bei der buckligen Verwandtschaft Ende letzter Woche bedingt wieder eine Einheit auf fremden Pfaden und auf ungewohntem Terrain, welche ebenfalls als buckelig im Sinne von hügelig zu bezeichnen ist. Es geht die ersten zehn Minuten quasi nur bergauf bei angemessener Steigung, so etwas habe ich selten erlebt, und es steht im krassen Gegensatz zu meinem grundsätzlichen Plan, die ersten paar hundert Meter betont langsam anzugehen, um den Gluteus zu beruhigen. 

Die Anreise von knapp vier Stunden zwei Tage vorher abends steckt zudem noch immer in den Knochen, entsprechend (unnötig?) anstrengend kommt mir das alles vor. Endlich auf dem Plateau angekommen laufe ich der Sonne entgegen, die Windräder am Horizont fest im Blick. Kurzzeitige Pläne, hier oder dort doch noch eine Schleife dranzumachen werden sofort verworfen, bloß nicht zu viel riskieren. Die am Ende knapp 50 Minuten Durchlaufen fühlen sich schließlich wie deutlich mehr an, aber auch hier bin ich froh, dass alles halbwegs gut funktioniert und ich nicht über die Schmerzgrenze drüber bin.

Sonnenaufgang mit Windrädern am Horizont.

Die Waldbrände im August 2026 sind hier sehr real, die Luft ist durchzogen mit dem Geruch von Rauch, obwohl die Brandherde zig Kilometer entfernt sind. Es kommt einem vor, als würde jemand in der Nachbarschaft Laub verbrennen, aber dieses Gefühl hat man durchgehend. Insgesamt ist die komplette Szenerie zusätzlich ungewohnt diesig, es erinnert stark an Smog. Was für Zeiten.

Ein paar Tage später wieder daheim ist erneut zunächst die Hauptaufgabe, die Müdigkeit von der langen Autofahrt heimwärts am Tag zuvor aus den Beinen zu bekommen. Die 14/2-Intervalle über 70 Minuten sind hart, aber nicht so hart wie die Einheit zuvor. Das gewohnte heimische Terrain, auf dem ich jeden Kieselstein mit Namen kenne, hilft sehr, und die bereits zweifach erweiterte neue Standardroute fast zu kurz für das heutige Programm. Das fühlt sich trotz allem sehr gut an.

Schließlich scheint sich das Wetter nun binnen weniger Tage abrupt zu wandeln. Die große Trockenheit ist offenbar mehr oder weniger schlagartig vorbei, der Herbst kündigt sich mittels mehreren starken Regengüssen an. Die heutige Einheit mit 16/2-Intervallen über 70 Minuten laufen wir am Morgen mehr oder weniger durchgehend im Nieselregen, die Luft ist frisch und feucht, mir kommt das aber alles sehr entgegen. Heute reicht die Strecke nicht aus, weil wir auch ein, zwei Ticken schneller sind als sonst, also wird dynamisch vergrößert. Ich hätte durchaus auch noch weitere 10 bis 20 Minuten dranhängen können.

Elmar lässt schön grüßen.

Meine Interaktion mit Elmar hat sich in den letzten Wochen merklich reduziert. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Vorgaben klar definiert sind und ich mich akkurat daran halte, entsprechend geht alles seinen natürlichen Gang. Zu meinem Glück gehört, dass ich von Verletzungen mehr oder weniger komplett verschont geblieben bin, somit gibt es wenig Grund für Korrekturen oder Anpassungen. Das Thema Erholung wird in den nächsten Wochen noch eines werden, hier fehlt mir noch etwas der Zugang zur optimalen Belastungssteuerung. Elmar will nur die Gesamtzeit des langen Laufs vergrößern, das kommt meinen letzten persönlichen Trainingseindrücken sehr entgegen.

[Woche: 27, Einheit: 63, Kilometer: 253]

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